Höchste Präzision im Bruchteil von einem Millimeter

MESA setzt im vergangenen Jahr 60 Millionen Euro um / Weiter auf Wachstumskurs / Landrat Glaeser besucht Betrieb
Badische Zeitung vom 14.01.2006

Lenzkirch. Über die Präzision bei der Herstellung von Feindrehteilen erfuhr Landrat Jochen Glaeser bei seinem Betriebsbesuch bei der Traditionsfirma MESA so einiges. Glaeser überzeugte sich jetzt von der Zukunftsfähigkeit dieses traditionsreichen Lenzkircher Familienunternehmens. Geschäftsführer Julian Meyer führte ihn durch die Firma und berichtete von den aktuellen Perspektiven des Unternehmens.

Das Klima, in dem sich die MESA erfolgreich auf dem Markt behauptet, sei härter geworden, informierte Geschäftsführer Meyer. Der fortschreitende Preisverfall im Automobilsektor wirkt sich auch auf die Produktionsbedingungen dieser metallverarbeitenden Firma aus. Schließlich macht das Unternehmen MESA etwa 80 Prozent seines Umsatzes in der Autoindustrie. Mit höchster und stabiler Qualität, einer Nullfehler-Garantie, antwortet die Firma auf die extremen Ansprüche ihrer Kunden aus der Automobilbranche. Das, so Meyer, könne aber nur mit den geeigneten Mitarbeitern gelingen, denen gleich bleibende Konzentration und hohe Flexibilität abverlangt werde.

Man weiß deshalb bei der MESA die qualifizierten und einsatzfreudigen Mitarbeiter zu schätzen. Rund 450 Personen arbeiten am Stammsitz in Lenzkirch, weitere 200 Mitarbeiter sind am 1993 in Tschechien gegründeten Auslandsstandort tätig. Geeignete Facharbeiter stehen auf dem Arbeitsmarkt nach einigen Jahren des Mangels wieder zur Verfügung, eine Konsequenz der schwierigen Situation der metallverarbeitenden Industrie der vergangenen Jahre, schätz Julian Meyer diese Situation ein. Die MESA sieht ihre Qualität nicht allein darin, die Bedürfnisse ihrer Kunden zuverlässig umzusetzen. "Wir wollen Entwicklungspartner für unsere Kunden sein", erläutert Meyer, der in der vierten Generation das Unternehmen leitet. Oft sei es die gute Idee, eine Umstrukturierung des gewünschten Teils, was dem Kunden helfe, Kosten zu sparen. Auch das Qualitätsmanagement ist für die Firma ein großes Thema. Die Bereitschaft, sich ständig weiter zertifizieren zu lassen und damit den Standard des Unternehmens nachzuweisen, gilt als Muss in der Branche.

Mit Freude nahmen Landrat Jochen Glaeser und Bürgermeister Reinhard Feser das stetige Wachstum der Firma zur Kenntnis. Belief sich der Umsatz 1997 auf 24,8 Millionen Euro, so werden für 2007 bereits 70,8 Millionen Euro angepeilt. 2005 konnte MESA trotz der Feinstaubdiskussion und damit verbundener Einbußen einen Umsatz von 60 Millionen Euro erwirtschaften, und das bedeutet mehr als eine Umsatzverdoppelung innerhalb von acht Jahren.

Landrat Glaeser unterstrich die Bedeutung, die Besuche in den Firmen für ihn besitzen. Es sei wichtig für die gesellschaftliche Situation im Landkreis, dass Wirtschaft und Verwaltung sich kennen lernen und für einander Verständnis entwickeln. Dass die MESA gerade für Lenzkirch ein wichtiger Arbeitgeber ist, unterstrich auch Bürgermeister Feser. Die ausgewogene Arbeitplatzsituation in der Gemeinde sei die Grundlage für die angemessene Infrastruktur des Ortes im Bereich Kindergarten und Schulen.