Weit über dem Landesdurchschnitt

Zehn Prozent Auszubildende bei Mesa Parts
Chilli, Freiburger Stadtmagazin, Ausgabe 05/08

Fast zehn Prozent der Erwerbstätigen beim Lenzkircher Traditionsunternehmen Mesa Parts befinden sich in der Ausbildung. Das ist weit mehr als der Landesdurchschnitt,  der laut Statistischem Landesamt bei 5,8 Prozent liegt. Das Unternehmen im Hochschwarzwald hat in den vergangenen zehn Jahren den Anteil an Ausbildungsplätzen fast vervierfacht. Damit reagierte man auch auf den zunehmend dramatischen Facharbeitermangel in der Region.

"Aktuell sind 44 Personen
in der Ausbildung oder in Umschulungen", berichtet Personalleiter Martin Klimpel. Vor zehn Jahren waren es gerade neun Azubis, betont Andreas Stoll, seit 2007 neuer Ausbildungsleiter bei Mesa Parts. "Dann ging es steil nach oben." Inzwischen stehen Interessierten sechs klassische Ausbildungsberufe zur Wahl: Industrie- und Zerspanungsmechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Maschinen- und Anlagenführer, Technischer Zeichner, Industriekaufmann sowie Fachinformatiker Systemintegration.  Insgesamt sind in Lenzkirch rund 450 Mitarbeiter beschäftigt.

"Besonders stolz sind wir auf unsere Lehrwerkstatt", sagt Stoll. Dort verbringen die Auszubildenden in den technischen Berufen das komplette erste Lehrjahr. Sie bekommen die Grundausbildung Metall und werden in Pneumatik und CNC-Fertigung eingeführt. Erst im zweiten Jahr werden die Lehrlinge in den normalen Arbeitsablauf integriert und arbeiten im gesamten  Betrieb.

Neben diesen meist dreijährigen Lehrberufen im dualen System bietet das Lenzkircher Unternehmen auch Plätze im Programm Studium Plus (Bachelor Maschinenbau und Mechatronik sowie Industriemechaniker) sowie den BA-Studiengang Bachelor of Engineering, Fachrichtung Maschinenbau an. Beide Angebote werden mit der FH Furtwangen und der Berufsakademie Lörrach realisiert. Die Resonanz ist bisher positiv, bilanziert Personalchef Klimpel.

Gegründet 1896 von Ernst Meyer im Ortsteil Saig (daher der Name Mesa) ist das Unternehmen noch immer in Familienbesitz - inzwischen in der vierten Generation. Zum hundertzehnjährigen Jubiläum strich man die Bezeichnung "Feindrehteile" als Firmenzusatz und ersetzte es durch das englische "Parts". Das Unternehmen hat 2007 einen Umsatz von 64,5 Millionen Euro erwirtschaftet und ist Zulieferer für die Automobilindustrie und die Bereiche Elektrotechnik, Medizintechnik, Hausgerätetechnik und Hydraulik. Das Unternehmen produziert nach eigenen Angaben mehr als eine Million Teile pro Tag und arbeitet als Zulieferer unter anderem für Firmen wie Bosch, Continental Automotive Systems, Braun oder Siemens.