Dosenöffner Marke Eigenbau

TITISEE-NEUSTADT / EISENBACH. Seit fünf Jahren ist es Brauch an der Hans-Thoma-Schule, dass die Ergebnisse der Lernortkooperation in der Eisenbacher Wolfwinkelhalle öffentlich ausgestellt werden.
Badische Zeitung vom 3.7.2009

Preise für die Projekte überreichte Studiendirektor Wilhelm Kucharz im Auftrag des Fördervereins der Hans-Thoma-Schule an Daniel Matt (Firma Mesa-Parts/Lenzkirch), Manuel Willmann (Siko /Buchenbach), Christian Eggert (ERO-Führungen/Löffingen). Eine Belobigung ging an Joscha Schwörer (GSC/Eisenbach-Oberbränd). Geöffnet ist die Ausstellung bis zum Ende der Sommerferien.

Die Lernortkooperation selbst ist eine lang gehegte und gepflegte Einrichtung. Auszubildende des dritten Lehrjahres im Fachbereich Metall planen, konstruieren und fertigen ein Werkstück, wobei die Planung in der Schule abläuft und die Fertigung im Ausbildungsbetrieb geschieht. In diesem Jahr mussten Dosenöffner hergestellt werden. Das Gerät gibt es in jeder Küche, doch oft genug haben Hausfrau und -mann ihre liebe Mühe damit, der eine funktioniert mechanisch, der andere wird von einem Elektromotor angetrieben. Die Azubis hatten die Wahl: Mancher bestand darauf, alles selbst zu produzieren und nur Normteile wie Schrauben und Muttern als Fremdteile einzusetzen, andere stellten Design und Ästhetik in den Vordergrund. Vielfalt war garantiert.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Bürgermeister Alexander Kuckes, der seiner Freude Ausdruck gab, dass die Hans-Thoma-Schule alljährlich nach Eisenbach kommt. Schulleiterin Claudia Stehle zeigte sich gespannt auf die Ergebnisse der Arbeiten. Die Azubis gaben Einblick in Theorie und Praxis, beleuchteten die Planung und die Umsetzung mit der Vorgabe, dass keine Metallspäne in die Lebensmittel gelangen dürfen und der Rand keine scharfen Kanten aufweisen darf, zeigten die Probleme der Werkstoffe auf und betrachteten auch die Herstellungskosten. Beim Praxistest trennte sich die Spreu vom Weizen, denn die Kräfte, die beim Durchtrennen des Deckels einer Dose auftreten, waren im Vorfeld nicht unbedingt berechenbar, mancher Dosenöffner fiel durch. Doch erwies sich, dass in der Lernortkooperation Fachkräfte ausgebildet werden, die sich intensiv mit einer Materie beschäftigen und innovative Ideen umzusetzen wissen.