Bei Mesa endet Kurzarbeit

Es geht wieder leicht bergauf, lautet die positive Nachricht von Mesa Parts. Seit November sind die Mitarbeiter des Feindrehteileherstellers von Kurzarbeit betroffen - zum 1. September wird sie nun ausgesetzt, wie Geschäftsführer Manfred Waibel sagt. Der Grund: Seit Mitte Juni gibt es wieder mehr Aufträge. Es sei ein Trend und nicht nur eine kurzfristige Erholung.
Badische Zeitung vom 31.07.2009

Sehr schwach sei das erste Halbjahr gewesen, sagen Waibel und Personalleiter Martin Klimpel. Bis zu 45 Prozent weniger Umsatz als im entsprechenden Vorjahreszeitraum habe das Unternehmen zeitweise gemacht.

Geholfen habe es dem Unternehmen, dass es rechtzeitig reagiert und bereits im zweiten Halbjahr 2008 mit einer Umstrukturierung begonnen habe: Es gab Entlassungen und eben die Kurzarbeit. Der eigene Bestand wurde abgebaut und vier Wochen dauerte die verlängerte Weihnachtspause.

Besonders stark habe es die Produkte für Dieselfahrzeuge getroffen, sagt Waibel, dafür seien Bauteile für die Bremstechnik - wohl auch durch die Abwrackprämie bedingt - ein wenig stärker nachgefragt gewesen.

Ihren Bestand haben auch die großen Zulieferer und die Autohersteller abgebaut, was man daran merke, dass jetzt, mitunter sehr kurzfristig, wieder mehr bestellt werde. Waibel und Klimpel rechnen damit, dass das Ergebnis des zweiten Halbjahres etwa 15 Prozent über dem des ersten Halbjahres liegen wird. Eine positive Entwicklung erwarten sie auch für das kommende Jahr. Deshalb ist aus Sicht Waibels die Krise des Lenzkircher Unternehmens wohl vorbei.

Die Zeit der Kurzarbeit habe Mesa Parts zur Qualifizierung genutzt. Beispielsweise seien 16 Mitarbeiterinnen in der sogenannten Sichtprüfung fortgebildet worden - dabei sei nicht nur die Prüfung der Produkte an sich wichtig, sondern auch die Kommunikation mit der Produktion. Auch CNC-Fachkräfte seien ausgebildet worden. Die Qualifikation sei sehr wichtig, um schnell die geforderten Bauteile für die Kunden herstellen zu können. Die Einrichter müssen binnen kürzester Zeit die Maschinen so einstellen, dass effektiv und möglichst ohne Fehler die nötige Stückzahl hergestellt werden kann.

Dass die Qualifikation richtig war, hat sich auch gleich gezeigt: Mehrere neue Projekte habe das Unternehmen im Bereich Automobil- und Medizintechnik gewonnen. Bei der Medizintechnik - die von der Kurzarbeit ohnehin nicht betroffen war - konnte Mesa den Umsatz im vergangenen halben Jahr sogar verdoppeln. Im vergangenen Jahr waren es etwa 15 Mitarbeiter in dem Bereich, heute sind es 25. Später als die Nachfrage nach Bauteilen für die Automobilindustrie sei die Nachfrage von Maschinenbauunternehmen eingebrochen. Dieser Bereich zeige auch noch keine Anzeichen, sich zu erholen.

Heute beschäftigt Mesa Parts 400 Mitarbeiter in Lenzkirch, 175 sind es im Werk in Tschechien. Wenn das Unternehmen wieder mehr zu tun bekommt, werde es aber nicht gleich zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Zunächst werden die Mitarbeiter möglichst effektiv die eingehenden Aufträge erledigen. Kurzfristige Produktionssteigerungen werden mit Helfe von Aushilfskräften bewältigt.

Mesa Parts habe sich während der Krise verändert, sagt Waibel. Das Unternehmen habe sich den veränderten Rahmenbedingungen auf dem Weltmarkt angepasst. Deshalb werde es jetzt mit vorhandenen und neuen Produkten (vor allem für die Automobilindustrie) weiter wachsen können.

Wie bisher werden zehn Prozent der Mitarbeiter in Ausbildung sein. Dadurch sei sichergestellt, eine Steigerung bei den Aufträgen auch mit qualifiziertem Personal meistern zu können. Und zusätzliche Aufträge erwarten Waibel und Klimpel auch durch den Trend hin zu energiesparenden Technologien.

Dass die positive Geschäftsentwicklung bei Mesa Parts nach Auslaufen der Abwrackprämie im September auch wieder endet, glaubt der Geschäftsführer nicht. Denn die sei auf Deutschland beschränkt gewesen, sein Unternehmen ist aber global tätig.