Signale der Politik erwartet

Signale aus der Politik müssen kommen, um den Mittelstand so zu stärken, dass er wieder investieren kann. Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft des Landes sei dafür sehr wichtig, hörte Wirtschaftsminister Ernst Pfister bei Mesa Parts von Geschäftsführer Julian Meyer. Als Wünsche gab er dem Minister mit auf den Weg, dass den Betrieben steuerliche Möglichkeiten eingeräumt werden, um Eigenkapital zu bilden, die Energiepreise nicht weiter steigen und die Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeiten den Mitarbeitern belassen werden.

Badische Zeitung vom 14.10.2009

Wie ein als Zulieferer in der Automobilindustrie tätiges Unternehmen die aktuelle Wirtschaftskrise bewältigt, darüber informierte sich Wirtschaftsminister Ernst Pfister am Montagnachmittag beim Besuch von Mesa Parts. Zu den Ausführungen von Julian Meyer merkte Pfister an "ich teile Ihre Meinung", "ja, das ist auch klar", "logisch" oder "genau".

Als eines der ersten Unternehmen war Mesa Parts von der Finanzkrise betroffen, musste Ziele revidieren und auch erstmals betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Lag der Umsatz 2007 bei 64,5 Millionen Euro, so hofft man in diesem Jahr mit den 430 Mitarbeitern 48,5 Millionen Euro zu erreichen. Bis Mai musste das Unternehmen Umsatzeinbußen von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verkraften. Im dritten Quartal schreibt Mesa Parts wieder schwarze Zahlen und geht zuversichtlich ins neue Jahr. Mit Umsätzen, die jenseits der 60-Millionen-Euro-Marke liegen, rechnet das Unternehmen aber erst wieder 2013. Die Aufträge stehen, erfordern aber auch Investitionen in Maschinen, merkten die Geschäftsführer Julian Meyer und Manfred Waibel an. Und dies ist angesichts der bewältigten Durststrecke nicht einfach. Die Finanzierungsfrage sei nach der Krise ein ganz wichtiges Thema. Das Land betreibe eine offensive Bürgschaftspolitik, dabei gehe es bei 99,5 Prozent aller Bürgschaften um eine Summe unter einer Million Euro, um so gegen die zögerliche Kreditvergabe der Banken anzugehen. Jene Gelder, die die Liquidität der Banken erhöhen sollten, verbessern deren Eigenkapitalausstattung und werden zu zögerlich weitergegeben, kritisierte Pfister. Aber langsam nehme die Zahl der Konjunkturschwalben wieder zu, meinte der Minister.

Ein ministerliches Lob gab es für die Ausbildungsbemühungen bei Mesa Parts, die Martin Klimbel, Leiter des Personalwesens erläuterte. 1998 waren neun Auszubildende beschäftigt, im laufenden Jahr sind es 46 junge Menschen, die bei Mesa Parts einen Beruf erlernen.