Mit einem Speicheltest zum Lebensretter

41 Mitarbeiter lassen sich typisieren / Mesa Parts in Lenzkirch engagiert sich für Leukämiekranke.

Badische Zeitung vom 21. Mai 2011

"Haben Sie schon einmal daran gedacht, Leben zu retten?", konnten die Mitarbeiter der Lenzkircher Firma Mesa Parts auf einem Faltblatt im Vorfeld einer großen Typisierungsaktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) lesen. Durchschnittlich alle 45 Minuten erkrankt allein in Deutschland ein Mensch an Leukämie, darunter sind viele Kinder und Jugendliche. Für viele Betroffene besteht die einzige Chance auf ein Weiterleben allein in der so genannten Stammzellenspende. Deshalb sind gut angenommene Typisierungsaktionen spendewilliger Personen wichtig. Wenn ein ganzes Unternehmen mitzieht, ist dies für Paul Griesenauer, der sich im Hochschwarzwald schon seit vielen Jahren unermüdlich für die DKMS engagiert, ein ganz besonderer Erfolg. Die Geschäftsleitung von Mesa Parts ermöglichte es, dass die Spenderdatei auf einen Schlag über 4o neue Registrierungen erhält.

Immerhin wurden auf diese Weise in den vergangenen zwei Jahren allein aus Lenzkirch vier Bürger mit ihrer Stammzellenspende zu weltweiten Lebensrettern. Zuletzt bot Manuela Straub mit ihrer gesunden Spende einem anderen Menschen mit Leukämie eine Heilungschance und Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft. Ihre Spende rettete einem Franzosen das Leben, eine Kontaktaufnahme war allerdings noch nicht möglich. Wenn dann, wie in diesen Tagen geschehen, auf einmal 41 Personen zu potentiellen Lebensrettern werden, ist das für Paul Griesenauer nicht nur ein außergewöhnlicher Erfolg, sondern auch eine Bestätigung seiner ehrenamtlichen Arbeit.

Dabei setzt eine solche Betriebstypisierung viel Offenheit, Vorbereitung, Information und Bereitschaft aller Beteiligten voraus. Die Geschäftsleitung ist ebenso gefordert wie ein notwendiger Organisator. Griesenauer fand ihn in Teamleiter Ernst Bäuerle. Er war für ihn Ansprechpartner und Initiator der Aktion in einem. Mit von der Partie waren auch Personalleiter Martin Klimpel und als unterstützende Mitarbeiterin Martina Zähringer. Es galt Informationsblätter zu erstellen, Aushänge zu erarbeiten, bei der Betriebsversammlung Fragen zu beantworten und nicht zuletzt den Tag der Typisierung genau zu organisieren. Zwischen acht Uhr und 16. 30 Uhr lief die Aktion während des normalen Arbeitstages dann nach Plan. Seit einiger Zeit läuft die Typisierung selbst dann völlig unspektakulär ab. Denn die früher übliche Blutentnahme entfällt im Normalfall. Nach der Aufnahme der persönlichen Daten genügt heute ein Speichelabstrich, um die Gewebemerkmale zu bestimmen. Auch Gesellschafter Martin Meyer und Personalleiter Martin Klimpel stellten sich in den Dienst der guten Sache und griffen zum Speichelstäbchen.

Für Paul Griesenauer zählt eine solche Typisierung in der Lenzkircher Firma mit rund 500 Mitarbeitern am Stammsitz schon zu den erfolgreichen und großen Aktionen. Angesichts dessen, dass ohnehin schon etliche Betriebsangehörige über frühere Vereinsaktionen registriert seien, seien diese 41 Neuaufnahmen in die Spenderdatei wieder ein "toller Erfolg". Und er verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass vor zwei Jahren mit Mark Eckert bereits ein Mesa-Mitarbeiter schon einmal Stammzellen gespendet hat. Damals erhielt ein Mann aus den USA eine neue Lebenschance (Die Badische Zeitung berichtete).

Eckert konnte so in Gesprächen mit anderen Mitarbeitern auch manche Information "aus erster Hand" weitergeben. Wie sehr die Lenzkircher Firma das DKMS-Anliegen unterstützt, zeigt übrigens nicht nur die betriebsinterne Typisierungsaktion. Zusätzlich ging von Mesa Parts auch noch eine Spende über 1000 Euro an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei in Tübingen.