Zweite Chance für den Berufseinstieg

Mesa Parts für sein Engagement im Umschulungs- und Qualifizierungsprogramm für Erwachsene für den Kettelerpreis nominiert.
Badische Zeitung vom 11. Oktober 2013

Die Firma Mesa Parts ist eines von nur zwei Unternehmen, die für den von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) vergebenen Kettelerpreis 2013 nominiert sind. Es lagen deutschlandweit rund 1700 Bewerbungen vor. Personalleiter Martin Klimpel sieht darin eine Bestätigung des seit 2007 eingeschlagenen Weges, Erwachsene zu Fachkräften umzuschulen oder ihnen erstmals zu einer qualifizierten Ausbildung zu verhelfen. Seither sind 14 Erwachsene zum Maschinen- und Anlagenführer und 15 zum Industriemechaniker qualifiziert worden. Den Stein ins Rollen brachte im April ein BZ-Bericht über den Abschluss der jüngsten Qualifizierungsmaßnahme. Diesen las Lothar Kuhnimhof aus Saig, nahm Kontakt mit Mesa Parts auf und wies auf den mit 5000 Euro dotierten Kettelerpreis hin. Das Interesse war geweckt, die Zeit drängte, denn noch im April war Bewerbungsschluss. Personalchef Martin Klimpel und Personalreferentin Heike Kaiser schrieben die Bewerbung in enger Absprache mit KAB-Vertretern, stellten das Unternehmen und dessen besonderen Weg zu Umschulungen und nachträglichen Qualifikationen vor. Begleiter auf diesem Weg sind die Agentur für Arbeit, IB Bildungszentrum Freiburg und die Industrie- und Handelskammer. "Die Bewerbung hat schon einige Energie gekostet. Aber es war auch eine schöne Art des Rückblickes auf das Geleistete", blickt Personalreferentin Heike Kaiser zurück.

Im Hochschwarzwald, einer ländlichen und strukturschwachen Region, wird es zunehmend schwieriger qualifizierte Fachkräfte zu finden. Als produzierendes Unternehmen sind gut ausgebildete und qualifizierte Facharbeiter im Metallbereich von entscheidender Bedeutung. Ziele des Umschulungsengagements von Mesa Parts ist es, einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs zu leisten, die Eröffnung neuer Bildungs- und Berufsperspektiven im Unternehmen für Erwachsene ohne Ausbildung sowie die Qualifizierung von gering qualifizierten Bewerbern aus der Region.

Mesa Parts ist ein international ausgerichtetes, mittelständisches Familienunternehmen mit 800 Mitarbeitern, das komplexe, kundenspezifische Drehteile und Baugruppen realisiert. Die Kunden sind weltweit agierende Firmen vornehmlich aus dem automotive Bereich.

In Zurückhaltung übt sich Martin Klimpel, was Ideen für die Verwendung des Preisgeldes angeht. "Wir sind gute Kaufmänner und planen erst, wenn man das Geld hat." Allerdings wäre sicher eine der Grundidee folgende Verwendung zu finden, denn Mesa Parts möchte gerade die Lehrwerkstatt vergrößern.

Der Kettelerpreis 2013 steht unter dem Motto: "Faire Region" nachhaltig leben und arbeiten vor Ort." Dem Motto wollten 1700 Firmen entsprechen. Aber nur zwei, Mesa Parts und DWP Fairhandelsgenossenschaft wurden nominiert.

Der Preis erinnert an den legendären Mainzer "Arbeiterbischof" Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811 - 1877). Bisherige Preisträger sind Lea Ackermann, Gründerin von SOLWODI (Solidarität mit Frauen in Not); Heribert Prantl, Leitartikler und Chef des Ressorts Innenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung und zuletzt das "Gütesiegel Gute Arbeit" in Münster. Die Stiftung Zukunft der Arbeit und der sozialen Sicherung (ZASS) der KAB Deutschland verleiht seit 2006 den Kettelerpreis und ehrt damit herausragendes und beispielhaftes soziales Engagement.

Die Bekanntgabe des Preisträgers erfolgt bei der Preisverleihung am 1. Dezember im Auditorium des Technoseums, Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim, statt.

Ob Mesa Parts schlussendlich mit dem Preis ausgezeichnet wird, liegt an jedem Einzelnen. Denn jede Frau und jeder Mann kann sein Votum abgeben. Sei es mittels Stimmblatt im Flyer, per Fax, per E-Mail oder auch im Internet. Das Voting ist vom kommenden Montag, 14. Oktober an und bis zum 15. November freigeschaltet. Unter allen, die sich an der Abstimmung beteiligen, werden 20 Pakete mit fair gehandelten Produkten verlost.

Kettelerpreis 2013: Alle können ab Montag, 14. Oktober, mit ihrem Votum bestimmen, wer Preisträger in diesem Jahr wird. Fax: 02217722116; E-Mail: info@stiftung-zass.de oder im Internet unter http://www.kettelerpreis.de. Weitere Informationen zum Unternehmen Mesa Parts und dem Umschulungsprogramm gibt es unter http://www.mesa-parts.com


BISCHOF KETTELER

Der Kettelerpreis erinnert an den legendären Mainzer "Arbeiterbischof" Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811 - 1877), der durch leidenschaftliche Parteinahme für die Arbeiterschaft die katholische Sozialpolitik begründet hat. Ketteler wurde am 25. Dezember 1811 in Münster geboren. Er besuchte das Jesuiten Internat in Brig im Wallis und studierte Jura. Fünf Jahre arbeitete er als Gerichts- und Regierungsreferendar im preußischen Staatsdienst. Erst 1841 nahm er ein Theologiestudium auf und wurde 1844 zum Priester geweiht und 1850 zum Bischof von Mainz ernannt. Durch Kettelers Predigten über die soziale Frage im Mainzer Dom ��" entstanden nach 1848 katholische Arbeitervereine, aus denen schließlich die KAB hervor ging. Heute ist die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung mit ihren 150 000 Mitgliedern nach den Gewerkschaften die stärkste Arbeitnehmerorganisation in Deutschland.