Nachhilfe für die Natur

Zwei Verträge regeln die Ausgleichsmaßnahmen für die Erweiterungspläne von Mesa Parts.
Badische Zeitung vom 18. Dezember 2013

Dem Abschluss eines städtebaulichen Vertrags zwischen der Gemeinde Lenzkirch und der Firma Mesa Parts zur Schaffung von Erweiterungsflächen im Bereich Maierhofäcker wurde vom Gemeinderat am Donnerstag zugestimmt. Der Vertrag ist notwendig für die Erstellung eines Bebauungsplans mit örtlichen Bauvorschriften für den Bereich von "Mesa Parts". Weiter abgesegnet wurde auch der öffentlich-rechtliche Vertrag zur Sicherung der externen Ausgleichsmaßnahmen. Die Kosten werden von der Firma getragen. Der öffentlich-rechtliche Vertrag ist notwendig, da durch die mit dem Bebauungsplan geschaffenen Baumöglichkeiten verursachten Eingriffe in Natur, Boden, Artenschutz ausgeglichen werden müssen. Die Eingriffe und die geplanten Ausgleichsmaßnahmen sind im Umweltbericht zum Bebauungsplan beschrieben.

Da der Ausgleich nicht komplett auf den Grundstücken von Mesa Parts ausgeglichen werden können, sind externe Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Diese werden auf Grundstücken der Gemeinde im Bereich "Bergerwäldle" und im Gewann "Hinterberg" am Herrgottsbächle umgesetzt werden.

Lebensräume für Reptilien schaffen

Das Bergerwäldle, direkt hinter Mesa Parts gelegen, ist ein Mischbestand mit überwiegend Fichten, wenigen eingestreuten Buchen und kaum Unterwuchs. Geplant ist im Nordosten den Waldrand zu gestalten. Es sollen langlebige Laubhölzer mit Saum und Sträuchern angepflanzt werden. Im Saumbereich will man Lebensräume für Reptilien schaffen und dazu noch Steinriegel und Steinhaufen anlegen. Im Nordwesten soll der Wald in einen standortgerechten Bergahorn/Buchenwald mit einer Waldrandgestaltung zur westlich angrenzenden Straße umgebaut werden. Im Süden ist die Waldrandgestaltung durch Freistellen bestehender Laubhölzer und weiterer Anpflanzung von Sträucher geplant. Fichten sollen herausgenommen werden.

Im zweiten Areal, oberhalb und westlich des großen Firmengebäudes, soll der Waldrand mit Laubhölzern gestaltet werden. Der Fichtenbestand soll einem Niedrigwald aus Sträuchern weichen. Auf der dritten, sich westlich anschließenden, Fläche sollen Fichten Bergahorn und Buchen weichen. Bei allen Maßnahmen muss der Wald einen Abstand von 30 Metern zur Bebauung einhalten.

Auf der Gemarkung Lenzkirch sind im Bereich "Hinterberg" grob eingegrenzt entlang des Herrgottsbächle zwischen Tennisanlagen und Trenschelweg weitere Ausgleichmaßnahmen vorgesehen. Hier ist eine rund 45 Jahre alte Fichtenaufforstung. Geplant ist im Norden zum Bach hin den Waldrand zu gestalten und einen Feuchtwald aus Schwarzerlen und Weiden sowie Sträuchern durch Umbau des Fichtenbestandes anzulegen. Im südlichen Bereich sollen die Fichten einem standortgerechten Bergahorn/Buchen-Bestand weichen. Bei allen Maßnahmen ist Wert auf die Erhaltung von Alt- und Todholzstrukturen zu legen.

Weiter sollen künstliche Höhlen für Fledermäuse und Vögel geschaffen werden. Alle Maßnahmen müssen bis zum Jahresbeginn 2016 umgesetzt und dem Land auch gemeldet werden.