Präzisionsmechanik prägte das Leben

BEI UNS DAHEIM: Rudolf Meyer aus Mühlingen feiert heute seinen 85. Geburtstag.
Badische Zeitung vom 11. Juli 2014

Maschinen und präzise Mechanik prägten das Leben von Rudolf Meyer aus Saig über viele Jahrzehnte. Heute, Freitag, 11. Juli, feiert er in Mühlingen den 85. Geburtstag.

Von der Vibration der Transmission wachte er als Bub oft auf, wenn der Vater früh morgens die Maschinen in Gang setzte, erzählt er lachend, denn sein Bett stand im Stockwerk darüber, im kleinen Häusle an der Steig, dem heutigen Altbau der Firma Mesa Parts. Zusammen mit den Brüdern Robert und Franz und der Schwester Elfriede wuchs er dort auf. Nach Abschluss der Volksschule in Saig erlernte er den Beruf des Maschinenbauers bei der Firma Maybach in Friedrichshafen. Anschließend half er seinem Opa in Lörrach bei der Produktion von Uhren. Wehmütig erinnert er sich daran, wie schöne Stücke gegen Lebensmittel eingetauscht werden mussten, denn die Zeiten waren schwierig.

Nach der Währungsreform, 1949, kehrte er nach Hause zurück und erlernte im väterlichen Betrieb den Beruf des Automatendrehers. Der Jubilar half maßgeblich mit, die Firma, die sein Großvater Otto Meyer 1895 gegründet hat, Schritt für Schritt weiter auszubauen. 1962 wurde die Firma Otto Meyer in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt, Robert Meyer übernahm die Geschäftsführung. Rudolf Meyer war bis 1995 technischer Leiter des Betriebes, danach bis 2004 technischer Berater. 1984 war die Fabrik so groß, dass der Neubau im Gewerbegebiet Maierhofäcker in Lenzkirch erstellt wurde. Vor zehn Jahren übertrug der Jubilar seine Gesellschaftsaufgaben- und Anteile auf seinen Sohn Martin und führt seither den Titel Pensionär auf der Visitenkarte.

Rudolf Meyer heiratete 1957 Hedwig Haas aus Kappel. Das Paar hat eine Tochter, einen Sohn und vier Enkel. Zwei schwere Schicksalsschläge galt es zu verkraften. Ein Unfall, bei dem die Tochter drei Monate lang auf der Intensivstation der Freiburger Universitätsklinik lag. Meyer ist der ärztlichen Kunst die das Leben retten konnte, noch heute dankbar. 2004 erlitt er mit dem Tod seines Schwiegersohns einen herben Verlust.

Im Sportverein Saig, war Meyer lange Jahre Funktionär, ist heute Ehrenmitglied. Mit dem kleinen Firmenbus fuhr er als Betreuer die Jugendfußballer zu ihren Auswärtsspielen. Für die Theaterabteilung wirkte er bei 22 Theateraufführungen mit. Für die Skiabteilung war er bei Langlauf- und Biathlonwettkämpfen als Zeitnehmer in vielen Wintern, auch überregional, unterwegs. Beim Biathlon gingen damals viele Soldaten an den Start. Und so erhielt Meyer, als er 1974 bei den Deutschen Biathlonmeisterschaften in Neustadt wieder als Zeitmesser eingesetzt war, die Ehrennadel der zehnten Panzerdivision Sigmaringen verliehen. 22 Jahre war Meyer Vorsitzender der Bauernkapelle Saig, deren Ehrenvorsitzender er jetzt ist. Gerne erinnert er sich an die erfolgreiche Zeit mit Götz Ertle als Dirigenten. Von 17 Musikern wuchs das Orchester in kurzer Zeit auf 55 Personen an, erzählt er. In allen örtlichen Vereinen ist Meyer förderndes Mitglied, wie eine große Sammlung von Ehrungen belegt.

Im Ruhestand gehört die tägliche Zeitungslektüre zum Tagesablauf und Meyer zehrt von vielen schönen Erinnerungen. So an Kreuzfahrten oder die Überraschung zum 80. Geburtstag, als die Familie ihm eine Zeppelinfahrt schenkte oder an mehr als 30 Ferienaufenthalte in Baden bei Wien, mit kulturellen Erlebnissen, denkt er gerne zurück und zu Hause erfreut er sich an der restaurierten Johanniskirche und das Miteinander mit seiner Frau im Eigenheim in Mühlingen.