Millionen für den Standort Lenzkirch

Mesa Parts investiert kräftig in den Ausbau / Grundstein gelegt für die Erweiterung der Produktionsfläche.
Badische Zeitung vom 20. September 2014

"Neue Flächen für neue Perspektiven" ist das Motto, unter welchem die Firma Mesa Parts insgesamt zehn Millionen Euro in den Ausbau am Standort Lenzkirch investiert. Im ersten Halbjahr 2014 wurde eine neue Lehrlingswerkstatt erstellt und die Erweiterung der Produktionsfläche, die rund sieben Millionen Euro kostet, ist in die Wege geleitet. Der Grundstein, inklusive gefüllter Zeitkapsel, wurde am Donnerstagnachmittag von Julian Meyer, dem geschäftsführenden Gesellschafter, gelegt. Die neue Produktionshalle wird eine zehn Meter hohe Oberlichthalle und bietet 3200 Quadratmeter Produktionsfläche, große Fenstern und neue Lüftungstechnik. An den modernen Arbeitsplätzen können alle Maschinen an ein zentrales Kühlsystem angeschlossen werden, um somit beste Voraussetzungen für die geforderte Präzision zu schaffen. Ein separater Bereich auf 600 Quadratmetern steht für den Wareneingang und Ausgang mit Prüfmaschinen bereit, und neben der Produktionshalle entstehen Sozialräume für mehr als 600 Mitarbeiter.

Julian Meyer freut sich, dass es bei Mesa Parts nach den Krisenjahren 2008 und 2009 "durch neu gewonnene Projekte wieder steil bergauf" ging. Der Platzbedarf wurde auf 3300 Quadratmetern gemieteter Fläche im ehemaligen Kadus-Werk gedeckt. Insgesamt hat der Betrieb in Lenzkirch 17 000 Quadratmeter Produktionsfläche und erzielt mit 530 Mitarbeitern, davon 50 Auszubildende, einen Jahresumsatz von 82 Millionen Euro. "Neue Perspektiven für weiteres Wachstum ergeben sich für uns aus gewonnenen Neuprojekten, so dass wir bis zum Jahr 2018 einen Umsatz von über 95 Millionen Euro erzielen werden", prognostiziert Meyer. Zwei große neue Aufträge sollen das Wachstum für die nächsten Jahre bringen.

Trotz hoher Kosten gibt es Chancen

Ein Projekt mit acht unterschiedlichen Teilen für den Regler der Getriebesteuerung eines Automatikgetriebes läuft in diesem Jahr an, künftig sollen acht Millionen Teile jährlich produziert werden. 26 Millionen Teile pro Jahr sollen in Zukunft für das Ventil eines elektronisch geregelten Fahrwerks aus sechs unterschiedlichen Teilen hergestellt werden. "Die Erfahrung und das Knowhow der Mitarbeiter" haben für die hohen Anforderungen an Präzision in mehrstufigen, anspruchsvollen Fertigungsprozessen eine große Bedeutung, erklärte Meyer. So sei es gelungen, im internationalen Wettbewerb mit Niedrigkostenstandorten, die Aufträge nach Lenzkirch zu holen.

Mit modernster Technologie, höchster, fehlerfreier Präzisionsarbeit gebe es im globalen Wettbewerb trotz hoher Kosten in Deutschland, eine Chance, erklärte er und führte aus, dass auch die Werte des Firmenleitbildes und vor allem die guten, engagierten Mitarbeiter wichtige Fundamente seien. Als "positives Signal für die Gemeinde Lenzkirch und den gesamten Hochschwarzwald" wertet Bürgermeister Reinhard Feser die Bautätigkeiten bei Mesa Parts. Er verdeutlichte, wie wichtig es ist, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, damit Firmen wachsen können und erinnerte daran, dass der Flächennutzungsplan punktuell geändert, ein eigener Bebauungsplan aufgestellt und "manche Problemchen" gelöst werden mussten. Die Arbeit habe sich jedoch gelohnt, befindet er, überreichte eine Präsent und freut sich über die Stärkung des Standortes Lenzkirch, obwohl es Alternativen gab.

Rainer Kracht vom Bauunternehmen Vollack erläuterte, dass Mesa Parts sich mit dem Neubau schon heute auf die Anforderungen von morgen vorbereite. Ziel sei es, die Probleme der Kunden besser lösen zu können als die Wettbewerber. Humorvoll rüstete Kracht die Gesellschafter mit den erforderlichen Utensilien wie Kelle, Wasserwaage, Taschenlampe und Baldrianpillen aus, um sie für den Weg in die Zukunft zu wappnen.

ZEITPLAN

- 12. Mai 2011: erster Workshop zur Aufgabenstellung

- Oktober 2013: Beschlussfassung

- Erstes Halbjahr 2014: Bau der neuen Lehrlingswerkstatt

- Mai 2014: Baumrodung und Abtragung von 11 000 Kubikmeter Erdreich, anschließend Installation der Wasserleitungen über die Gruppenwasserversorgung Hochschwarzwald und Verlegung der Stromleitungen, Rohbau und Innenausbau

- Frühjahr 2015: Aufnahme der Produktion in der neuen Halle