Schüler mit Tüftlergeist und Spaß

Schüler mit Tüftlergeist und Spaß

Geld für sechs Klassenkassen: Pirmin Winterhalder (Mitte) von Mesa Parts überreichte für Ute Wochner (mit rotem Mantel) und Barbara Michel die Schecks für die erfolgreiche Teilnahme der sechs achten und neunten Klassen an den Schülerjubiläumsaufgaben. Rechts außen Konrektor Malte Haecker. (Foto: Eva Korinth)

Badische Zeitung vom 24. März 2022

Zum 125. Jubiläum von Mesa Parts haben Azubis der Lenzkircher Firma Schülern der Realschule Aufgaben gestellt. Als Prämie gab es Geld für Klassenfahrten.

Wasserrad bauen zur Stromerzeugung oder Eier schweben lassen aus dem zweiten Stockwerk: Die achten und neunten Klassen der Realschule Titisee-Neustadt stellten sich den Aufgaben, die Auszubildende der Firma Mesa Parts-Auszubildende zum 125-jährigen Bestehen ihres Unternehmens 2021 entwickelten. Die Ergebnisse waren so beeindruckend, dass die Punktebewertung fallengelassen wurde und jede teilnehmende Klasse 300 Euro erhielt.
 
Vorab – viele Eier gingen nicht zu Bruch. Fallschirme und gut gepolsterte Federmäppchen waren die einfache Lösung, manches klappte auf Anhieb. "Langweilig" fanden die Schüler diese Aufgabe im Vergleich zum Bau eines Wasserrads, das eine Lampe zum Leuchten bringen sollte. Hierzu hatten sie von Mesa Parts einen Dynamo, die Lampe und Kabel als Starterset erhalten. Das Baumaterial durften sie selbst wählen. Genutzt wurden Aluschienen, Fahrradfelge, Holz, Plastikrohre.
 
Danny und Marco von der 9c fanden die Wasserradaufgabe "cool". Spaß gemacht habe das Selbermachen und Herausfinden, was man braucht ohne eine Vorlage. Überlegen, wie es funktionieren kann, das sei "toll" gewesen.
Techniklehrerin Barbara Michel half nur bei der Koordination und stieg am Ende zum Test des 9c-Wasserrads barfuß in den kalten Bach, denn Ende Oktober wollte dies keiner der Schüler machen. Ganz kurz sei Licht aufgeflammt, als sich das Rad drehte. Der Dynamo hätte mehr Wasser und Widerstand gebraucht, um mehr Strom zu erzeugen.
 
Bei allen Teilnehmern habe die Lampe nur kurz oder nicht reagiert, verriet Winterhalder, die Wasserradkonstruktionen hätten aber funktioniert, womit alle diese Aufgabe bestanden. Als gelungen bezeichnete der Ausbilder die Schülerergebnisse auch der weiteren Aufgaben, sie seien konstruktiv und kreativ.
 
In zwei Workshops ab Juni hatten die Mesa Parts-Auszubildenden die 125-jährige Geschichte von Mesa Parts analysiert, in fünf Abschnitte eingeteilt und zu jedem eine Schüleraufgabe formuliert. Für den roten Faden setzten sie Alex, den von Thomas Zipfel gezeichnete Mesa Parts-Azubi, in eine Zeitmaschine und nannten das Ganze "Alex lost in time".
 
Die Aufgaben waren: Wasserrad zur Stromerzeugung zu konstruieren; Tauschgeschäft mit dem Mesa-Kugelschreiber als Anfangsprodukt; Alex und seine Zeitmaschine in Pop-Art zu malen; die 724 Kilometer von Lenzkirch bis zum Zweigwerk im tschechischen Náchod zu Fuß zurückzulegen; Egg-Dropp aus dem zweiten Stock. Und die Zukunft in 125 Jahren beschreiben. Zu lösen waren die Aufgaben hintereinander und binnen einer bis drei Wochen in den Fächern Technik, Bildende Kunst, Sport, Deutsch.
 
Per Mail wurden alle Hochschwarzwälder Schulen mit achten, neunten und zehnten Klassen zum Mitmachen eingeladen. Die Resonanz sei für die Azubis enttäuschend gewesen. Nur die Realschule Titisee-Neustadt mit sechs Klassen und die Franz-Josef-Faller-Schule in Lenzkirch mit einer Klasse meldeten sich. Gründe dafür waren die Pandemie, berufspraktische Wochen der Schüler, Klassen in Quarantäne, Lehrer in Quarantäne, schwierige zeitliche Abstimmung. Ute Wochner, Kunst- und Englischlehrerin der Realschule weiß: "Es war ein enormer Kraftaufwand – für Lehrer wie auch für die Schüler." Die 9c hatte in dem Schulhalbjahr beispielsweise keine Bildende Kunst auf dem Stundenplan, hier erklärten sich zwei Schülerinnen bereit, die Malaufgabe in den Herbstferien zu machen.
 
Nachdem alle Klassen gelernt hatten, was Pop Art ist und wie sie aussieht, wurde gezeichnet. 28 Bilder konnte Wochner einreichen, alle kreativ und kunterbunt.
 
Überrascht wurden die Aufgabensteller von den Tauschergebnissen – die 9c hatte am Ende zehn Roland-Weis-Bücher, die sie für 300 Euro weiterverkauften. Diese Aufgabe wurde außer dem Unterricht am Nachmittag durchgeführt.
 
Überraschend waren auch die Laufergebnisse, die um ein Vielfaches höher lagen wie die geforderte Strecke. Die Realschulklassen lieferten durchweg vierstellige Ergebnisse ab mit Strecken von 1050,35 bis 4751 Kilometer. Ab hier war den Mesa Parts-Azubis klar, das Punktewertungssystem passte nicht mehr, da die Leistungen nicht vergleichbar waren.
 
Die Zukunftsvisionen überraschten ebenso, da war zu lesen von fliegenden Auto und Schulbussen, schwebenden Büroeinrichtungen, bis hin zu einem Leben auf einer überbevölkerten Welt mit Kämpfen um Ressourcen, sich schnell ausbreitenden Krankheiten, Armut, verschwimmenden Grenzen von Ländern und Kulturen, Digitalisierung des Alltags.
 
Die Klassen freuen sich jetzt über das Geld für anstehende Klassenfahrten. Ein Film über die Aufgaben und Ergebnisse ist auf den Schulhomepages zu sehen. Konrektor Malte Haecker fand, bei den Aufgaben des Kooperationspartners Mesa Parts mitzumachen, sei eine "super gelungene Aktion" gewesen. Pirmin Winterhalder sagte, auch für die Azubis sei es eine gelungene Sache und ein Gewinn gewesen, und solche Schulaufgaben sollen kein einmaliges Unterfangen gewesen sein.

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